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Womit
bin ich unzufrieden?
Wie fühlt sich – andererseits - für mich
Glück und Dank an?
Machen Sie mal einen Test: Ein paar Tage,
eine Woche schreiben Sie alles auf, worüber Sie sich geärgert haben, was
Sie für kritikwürdig hielten. Auf einem anderen Blatt halten Sie fest,
wofür Sie danken möchten. Ich vermute, dass unter den „Klagen“ weitaus
mehr Dinge sich ansammeln werden als in der „Dank“-Rubrik.
Offenbar neigen wir dazu, dass wir
vergesslich sind gegenüber dem Guten, das uns widerfährt. Nehmen wir es
überhaupt wahr? Nachhaltiger gräbt sich in unser Gedächtnis ein, was an
Schlechtem geschah.
Wie schwer fällt es uns, in kleinen und
großen Dingen „Danke“ zu sagen. Wie wenig kommen uns Lob und Anerkennung
über die Lippen, aber wie schnell sind wir mit Kritik und mit Klagen bei
der Hand.
In Traugesprächen frage ich die zumeist noch
jungen Paare, was sie sich für die Zukunft wünschen. Oft lautet die
Antwort: „Eigentlich wünschen wir uns nur, dass alles so bleibt, wie es
jetzt ist. Alles läuft gut und wir sind glücklich miteinander.“ Einmal
sagte ein Paar noch: „Wir haben viel Schönes miteinander erlebt und
einiges schon geschafft. Wir möchten das nicht oberflächlich als
selbstverständlich hinnehmen. Es hat schon viele Anlässe für uns gegeben,
um „Danke“ zu sagen, Danke für das Glück, das wir miteinander erleben
können. Danke, dass wir so zuversichtlich in die Zukunft gehen können.“
Wir alle haben immer wieder Grund, zu
danken.
Gedankenloser Undank wäre es, wenn wir uns
nicht eingestehen würden, wie beschenkt wir sind und wie viele Güter des
Lebens uns zugute kommen: Ich bin dankbar für Begegnungen mit Menschen,
denen ich zugewandt sein darf und die mir nahe gekommen sind, die mich
begleiten, mir helfen und mich unterstützen. Ich bin dankbar für
Gespräche, die mich und andere weitergebracht haben; dankbar für Worte,
die ermutigt, Gesten, die getröstet haben. Alles Verstehen und Verzeihen
zählen dazu. Bin dankbar für Augenblicke, die ich unbeschwert genießen
kann, für Erlebnisse und Erinnerungen, die mir niemand mehr nimmt.
Viele werden dankbar sein für Familie,
Freundeskreis, Kolleginnen und Kollegen. Für Arbeit und Auskommen,
Gesundheit und Genesung. Danke auch für die Fruchtbarkeit der Erde und das
tägliche Brot. Danke für das Glück der Liebe. Danke auch für die Kraft,
Leid auszuhalten und Schweres zu ertragen. Danke für jeden neuen Tag, der
mir in meinem Leben geschenkt wird und überhaupt die Freude, am Leben zu
sein.
Natürlich gibt es auch die anderen Zeiten
und Erlebnisse im Leben, wo mir zum Danken nicht zumute ist, wo der Dank
mir im Halse stecken bleibt und eine Zumutung wäre. Dennoch möchte ich das
Gute wertschätzen und dankbar sein.
Am 3. Oktober feiern wir wieder „Erntedank“.
Ein Sonntag, der in ländlich geprägten
Kirchengemeinden viele Jahrhunderte einen festen Platz unter den großen
Festen des Kirchenjahres hatte. Heute aber steht nicht mehr das Thema der
„Ernte“ im Mittelpunkt dieses Festes. Denn nur die noch wenigen Landwirte
unter uns wissen um den Kreislauf von Saat und Ernte und um die
klimatischen Bedingungen, die günstig sind, damit im Wechsel von Sonne und
Regen Getreide und Gemüse wachsen und gedeihen und eine gute Ernte
erbringen. |